2019, Allgemein

Aufruf an die Studierenden in Karlsruhe

Der SDS hat ergänzend zu unserem Bündnisaufruf noch einen Aufruf verfasst, der sich speziell an die Studierenden richtet. Diesen wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Viel Spaß beim lesen:

Kämpfe vereinen – für eine lebenswerte Zukunft jenseits des Kapitalismus!

Am 1. Mai gehen weltweit Arbeiter*innen auf die Straße, um gemeinsam für ihre Interessen und damit eine bessere Welt zu kämpfen. Lasst uns diesen Tag nutzen, um geschlossen unsere linken Kämpfe in Karlsruhe zusammenzuführen und in einem starken antikapitalistischen Block auf der 1. Mai-Demonstration in die Öffentlichkeit zu tragen.

Auch an der Uni merken wir, wie der Kapitalismus und seine Profitlogik die Humboldt’schen Bildungsideale schon bis zur Unkenntlichkeit ausgehöhlt hat. Bildung steht längst nicht mehr im Vordergrund, sondern die Ausbildung zum Humankapital – von den diskriminierenden Studiengebühren ganz zu schweigen. Um die aus den Wissensunterschieden entstehenden Hierarchien abzubauen, ist es essentiell, dass Bildung frei für alle ist! Frei von Barrieren wie Elitedenken, Diskriminierung und Leistungsdruck.

Ständig hören wir, wir wären die Elite von morgen, doch wir sind nicht einmal in der Lage, unsere eigene Universität zu verwalten. Stattdessen liegt die ganze Macht bei einigen Wenigen in Aufsichträten und Präsidien. Wir Studierende sind, obwohl wir die größte Interessengruppe am KIT sind, nur zum Schein und vollkommen unterrepräsentiert in Gremien vertreten. Doch der Wunsch nach effizienter, schneller Produktion von Humankapital, der zu Konkurrenz(denken), Zeitdruck, finanzieller Abhängigkeit und Leistungsdruck führt, macht es uns nur schwer möglich, uns selbst zu verwalten. Jeglicher Wunsch nach Selbstbestimmung und Selbstverwaltung wird so im Keim erstickt.

Und nicht nur die Studis haben es satt: Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Doktorrandinnen müssen oft unter unwürdigen Arbeitsbedingungen schuften und bekommen meist nicht einmal einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Alleine sind wir schwach gegen die großen Institutionen, doch wenn wir uns solidarisch zusammenschließen, können wir große Verbesserungen erreichen.

Die Hochschulen sind oder waren häufig ein Ort des (politischen) Widerstands, doch gerade wenn sich Studierende und Wissenschaftlerinnen auf ihre politische Neutralität berufen, stützen sie, wenn auch unbewusst, das System, dessen Grundlage die Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt ist. Viele denken, ihre politische Verantwortung wäre dadurch erfüllt, alle vier Jahre wählen zu gehen und sich die restliche Zeit aus dem politischen Geschehen auszuklinken und die Gestaltung unserer Welt den Berufspolitikerinnen zu überlassen.

Doch Wahlen und Reformismus alleine werden nicht ausreichen, um den Kapitalismus zu
überwinden. Nur wenn wir uns selbst organisieren, können wir eine lebenswerte Zukunft erkämpfen.
Deshalb fordern wir euch auf aktiv zu werden: Schließt euch uns an. Kämpft gemeinsam mit uns. Zusammen können wir diese Welt verändern.

Nieder mit dem Kapitalismus – für eine Welt jenseits von Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg!

Deshalb heraus zum 1. Mai – hinein in den antikapitalistischen Block!

Auftakt um: 10:00 Uhr auf dem Marktplatz

Falls jemand mit uns zusammen Banner gestalten will oder eine Begleitung für die Demo braucht, meldet euch bei uns unter der E-mail Adresse: sds-karlsruhe@riseup.net